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Buchtipps Sri Lanka, Myanmar, Thailand |
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(engl.: Reef)
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Eine Reise der Sinne nach Sri Lanka
Als elfjähriger Junge kommt der Ich-Erzähler Triton als Hausboy in den Haushalt des Meeresbiologen und Junggesellen Mr. Salgado. Man schreibt das Jahr, in dem Sri Lanka seine Unabhängigkeit erlangt. Während sich die Welt draußen im Umbruch befindet, lebt Triton im abgeschotteten Mirokosmos von Salgados Haus wie in einem Refugium und lernt, den Haushalt zu führen, das Silber zu polieren und alle erdenklichen köstlichen Gerichte zu kochen. Mit Nili, der Geliebten Salgado's, zieht das gesellschaftliche Leben in das Haus ein, und der Mikrokosmos beginnt, durchlässig zu werden, sich nach außen zu öffnen. Der ruhige, beschauliche Alltag Triton's wandelt sich von einem Tag auf den anderen in eine berauschende Zeit von Besuchen, Festen und Ausflügen ans Riff, für dessen Erhaltung Salgado sich einsetzt. Doch parallel zur Zerstörung der Korallenriffe droht durch die stattfindenden politischen Veränderungen auch dem Land und der häuslichen Idylle der Untergang ...
Romesh Gunesekera appelliert in seiner Erzählung vor allem an die Sinne: die Düfte und Geräusche im Garten des Hauses, am Strand oder auf dem Markt, die Zubereitung von gedünstetem Papageienfisch - fast muss man nur die Augen schließen, um Sri Lanka zu riechen, zu schmecken und zu hören. Eine schöne, leicht zu lesende Geschichte, die den Leser wunderbar in eine andere Welt entführt, aber dennoch die politische Realität nicht aus den Augen verliert. |
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(engl.: Anil's Ghost)
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Die Protagonistin Anil hat ihr Heimatland Sri Lanka im alter von achtzehn Jahren verlassen. Nun, fünfzehn Jahre später, kehrt sie als Forensikerin im Auftrag einer internationalen Menschenrechtskommission zurück, um Beweise dafür zu sammeln, dass die Regierung foltert, mordet und Menschen verschwinden lässt. Vor Ort wird ihr ein einheimischer Archäologe zur Seite gestellt, dessen politische Gesinnung nur schwer zu durchschauen ist. Mit seiner und der Hilfe eines Künstlers versucht Anil, in der Idylle eines abgelegenen Herrenhauses anhand eines Skelettfundes die Geschichte des Opfers zu rekonstruieren und der Regierung den Mord nachzuweisen ... Ein spannender, bedrückender Roman über die weniger schönen Seite Sri Lankas. |
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(engl.: Running in the Family) |
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Auf den Spuren der Vorfahren von Michael Ondaatje: Mal komische, mal tragische Geschichten, immer wieder skurrile, exzentrische, liebenswerte Gestalten, dazu einige Fotos - das Komischste davon ist das Hochzeitsfoto seiner Eltern mit der Unterschrift "Was wir von der Ehe halten" ... "Das schöne Leben" auf Sri Lanka in den 20er-Jahren - man möchte am liebsten dabei gewesen sein! |
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(engl.: Cinnamon Gardens) |
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Shyam Selvadurai gelingt es auf unterhaltsame und spannende Art und Weise, den Leser in das Ceylon der 20er-Jahre zu entführen und ihn anhand der Schicksale von Vertretern dreier Generationen einer wohlhabenden Familie der Cinnamon Gardens (gehobenes Wohnviertel Colombos) den Wandel der Gesellschaft miterleben zu lassen. Fast schon zu leicht liest sich die Geschichte, möchte man meinen. Doch die „Gratwanderung“ ist gelungen und der Rutsch hinab in eine triviale Familiensaga bleibt aus und auch ein billiges Happy End bleibt erspart. Ein schönes Buch zum nachdenken und träumen. |

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(engl.: The Native Tourist) |
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Ma Thanegis Erzählung über ihre achtzehntägige buddhistische Pilgerreise mit dem Bus durch ihr Heimatland eignet sich besonders für Leser, die bereits in Myanmar waren oder sich gerade dort aufhalten, denn sie werden sicherlich das eine oder andere wieder erkennen und womöglich auch einiges besser verstehen. Mit viel Humor, Liebe, einer guten Portion Ironie und einem guten Blick für Details beschreibt sich nicht nur ihre Erlebnisse auf der Pilgerfahrt, sondern auch ihr Land, ihre Landsleute sowie landesspezifische Besonderheiten. Die oftmals kritisierte Einfachheit der Sprache stellt dabei kein Manko dar, sondern verleiht der Erzählung eine angenehm unaufdringliche, schlichte Note. |
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(engl.: Burmese Days) |
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Weltruhm erlangte George Orwell durch seine beiden Hauptwerke "Farm der Tiere" ("Animal Farm") und "1984". Weniger bekannt dagegen ist, dass er in jungen Jahren als Kolonialbeamter im damaligen Burma gelebt und seine Erfahrungen aus dieser Zeit in seinem zweiten Roman "Tage in Burma" verarbeitet hat, der 1934 erstmals erschienen ist. Rund um seine drei Hauptfiguren - den englischen Holzhändler und Außenseiter Flory, den stets Ränke schmiedenden burmesischen Magistrat U Po Kyin sowie den unterwürfigen Arzt Veraswami - entwickelt er eine überaus facettenreiche Erzählung, die kritische Abrechnung mit der britischen Kolonialmentalität, lebendige Beschreibung von Land, Kultur und Menschen Burmas und tragische Liebesgeschichte zugleich ist. |

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Jo Nesbo: Kakerlaken |
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In einem zwielichtigen Motel in Bangkok wird der
norwegische Botschafter von einer Prostituierten
erstochen aufgefunden. Zu Unterstützung
der thailändischen Polizei in diesem politisch
heiklen Fall wird Kommissar Harry hole aus Oslo
nach Bangkok geschickt, um den Mordfall
möglichst diskret aufzuklären. Doch entgegen
seiner ausdrücklichen Anweisung liegt Harry
daran, die ganze Wahrheit ans Licht zu bringen.
- was allerdings nicht ganz einfach ist, denn
undurchdringliche Diplomatenkreise, clevere
Geschäftsleute, Bangkoks Unterwelt, die schwüle
Hitze der Nacht und nicht zuletzt die ständige
Verlockung des Alkohols machen ihm bei seinen
Ermittlungen schwer zu schaffen. Guter, spannender Krimi mit viel Bangkok-Flair - übrigens der 2. Band der "Harry Hole-Krimireihe" von Jo Nesbo (1. Band: Der Fledermausmann, s. "Buchtipps Australien"). |
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Noch
ein Bangkok-Buch, wieder ein Krimi. Und wie bei
Bangkok-Krimis üblich führt auch dieser ins
Milieu der Bordelle und des Drogenhandels und es
gibt auch wieder eine eifrig mitmischende
FBI-Ermittlerin. - Klingt also alles erst einmal
noch nicht außergewöhnlich. Was den "Jadereiter"
neben der eigentlichen Krimihandlung jedoch
besonders macht, sind die zahlreichen Einblicke
in thailändische Lebensart respektive in
buddhistische Denk- und Sichtweisen, die er dem
Leser ermöglicht. Dabei führt er ihn nicht nur
ortskundig kreuz und quer durch die
thailändische Metropole, sondern auch auf manche
interessanten Gedankengang. |
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Lawrence Osborne: |
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Und
noch ein Bangkok-Buch ... - aber diesmal kein
Krimi (!), sondern quasi eine Mischung aus
Reisebericht und lebendig erzählten Begegnungen
und Begebenheiten in der "Stadt der Engel". |
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Roger Willemsen: Bangkok Noir |
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Bangkok Noir ist eine weitere Ode an Thailands Hauptstadt. Ähnlich wie Lawrence Osborne in „Bangkok Days" bewegt der Autor Roger Willemsen sich vorzugsweise zwischen Dämmerung und Morgengrauen durch Bangkoks Straßen und Gassen, lässt sich treiben vom Spiel der Lichter, Gerüche und Versprechungen des schillernden, pulsierenden Nachtlebens der Metropole. Mögen auch Willemsens Beschreibungen von Orten oder kurzen Begegnungen mit Menschen stellenweise etwas zu aufgesetzt formuliert oder zu klischeehaft wirken - dennoch: Wer die Stadt kennt, wird diese darin unschwer wiedererkennen, wird sich von den Worten mitnehmen und mitten ins Geschehen tragen lassen. Knapp 300 Seiten dauert diese Reise durch die Großstadtnächte, non-stop, ohne von ordnenden Kapiteln unterbrochen zu werden – wie sollte das auch gehen? Das vielfältige, eng miteinander verwobene Leben inmitten einer Metropole wie Bangkok lässt sich nicht ohne Weiteres bändigen oder gar ordnen, es sträubt sich mit aller Kraft dagegen, in mundgerechte Happen zerteilt , inhaltlich voneinander getrennt zu werden. Alles fliesst, ist ständig in Bewegung, überlappt, überrollt, untertunnelt sich, räkelt, wälzt und suhlt sich. Ein schönes Erinnerungsbuch für Bangkok-Kenner – empfehlenswert auch die große Ausgabe mit den Fotos von Ralf Tooten, der Roger Willemsen begleitete. |
