Marseille

 

 

"... Marseille ist keine Stadt für Touristen. Es gibt dort nichts zu sehen. Seine Schönheit lässt sich nicht fotografieren. Sie teilt sich mit. Hier muss man Partei ergreifen. Sich engagieren. Dafür oder dagegen sein. Leidenschaftlich sein. Erst dann wird sichtbar, was es zu sehen gibt ..."

(Jean-Claude Izzo: "Die Marseille-Trilogie")

 

Ganz unrecht hatte der gebürtige Marseiller italienischer Herkunft Jean-Claude Izzo nicht, als er diese Zeilen schrieb: Marseille - mit seinen ca. 1,2 Millionen Einwohnern (davon über 30% nicht in Frankreich geboren) nach Paris die zweitgrößte Stadt Frankreichs - erschließt sich dem Besucher nicht so einfach und hat mit einem gewissen Negativ-Image zu kämpfen: Hochburg des internationalen Verbrechens, hohe Arbeitslosigkeit, hohe Kleinkriminalitätsrate, soziale Missstände, ausgeprägte rechtsradikale Tendenzen.

Aber: Marseille ist auch "... Tor zur Welt, Schwelle der Völker. Marseille ist Orient und Okzident ..." (Joseph Roth, 1925), traditionell dem Fremden gegenüber aufgeschlossen, wichtigster französischer Hafen, lebendige Metropole am Mittelmeer und die Heimat von Bouillabaisse und Ricard.

 

 

   

Vieux Port und Nôtre-Dame-de-la-Garde

 

Hafeneinfahrt: Fort Saint-Jean und Fort Saint-Nicolas

 

Cathédrale de la Major und neuer Hafen La Joliette

 

 

 

 

 

Nôtre-Dame-de-la-Garde

Blick auf alten und neuen Hafen

 

Château d'If, durch den "Graf von Monte Christo" berühmt gewordene Gefängnisinsel

 
   

 

 

 

 

 
 

Das westlich oberhalb des alten Hafens liegende Quartier Panier ist Marseilles ältestes Stadtviertel, die gleichnamige Rue du Panier die älteste Straße der Stadt.

Die Bevölkerung besteht traditionell aus Zuwanderern aus dem gesamten Mittelmeerraum. Galt es früher als Schande, im Panier zu wohnen, werden heute Touristen durch das Viertel geschleust, zugleich ärmere Familien weiter aus der Stadt hinaus in die trostlosen nördlichen Vororte gedrängt.

Das Panier ist auch wichtiger Schauplatz der "Marseille-Trilogie" von Jean-Claude Izzo, insbesondere die Bar des 13 Coins, in welcher der Protagonist Fabio Montale bevorzugt seinen Pastis trinkt. Eine Aufnahme der Bar ziert auch die deutsche Ausgabe der Krimitrilogie.

 

 

   

 

Wegweiser ins Panier-Viertel

 

 

 

 
 

Rue du Panier ...

- Marseilles älteste Straße.

Rue du Petit Puits

 

 

 

Rue des Moulins

 

Place des Moulins

 

 
 

Die Bar des 13 Coins ...

... mit ihrem eigenwilligen Design.

 

 

 

"... Man folgt der Corniche bis zum Strand von Roucas Blanc, dann geht es weiter am Meer entlang (...) Da hört Marseille auf, könnte man glauben. Eine kleine, gewundene, in weißen Stein gehauene Straße zieht sich über dem Meer dahin. Am Ende liegt der Hafen von Les Goudes im Schutz von ausgedörrten Hügeln ..."

(Jean-Claude Izzo: "Die Marseille-Trilogie")

 

Der ehemalige Fischerort Les Goudes hat vor allem dadurch eine gewisse Bekanntheit erlangt, dass Izzos Romanfigur Fabio Montale dort in einem der kleinen Cabanons lebt. Cabanons sind winzige, spartanische Fischerhütten, die einst den felsigen Küstenabschnitt vom damaligen Stadtrand bis nach Callelongue prägten, und von Marseillern aller sozialer Schichten als Sommer- oder Wochenendhaus genutzt wurden. Die meisten dieser Hütten sind heute leider verschwunden. Obgleich die Stadt immer näher rückt ist Les Goudes aber nach wie vor noch ein nettes, beschauliches Dörfchen, wenn auch offiziell Stadtteil von Marseille. Vor allem an Wochenenden strömen sonnenhungrige Städter hierher, um dem Trubel an Marseilles sandigen Hausstränden zu entfliehen und die Stille der Felsbuchten zu genießen. Hinter Callelongue beginnen die Calanques und der Fernwanderweg GR98, auf dem man bis Cassis wandern kann.

 
 

 

 

 
 

Hafen von Les Goudes

"...Nur acht Stufen bis zum Meer ..."

 

 

 

 

Lubéron

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